Ein Fall für Fuchs und Haas: Die Tote im Räucherofen

Kennt ihr das Gefühl, das Wochenende steht vor der Tür und plötzlich ist sie da, die Lust auf ein neues Buch, auf Lesefutter, das die Vorfreude auf das bevorstehende Wochenende steigert. In Pommern pfiff das Sturmtief „Thomas“ um die Häuser, also stöberte ich lieber zu Hause nach meiner  Wochenendlektüre und war schnell fündig: „Ein Fall für Fuchs und Haas“ Eine Krimikomödie von Ivo Pala, erschienen bei Likedeeler, lockte mich mit einem sommersonneblauen Cover. Darauf ein Strandkorb- herrliche Aussichten. Für mich als bekennende Krimileserin klang Krimikomödie sehr interessant. Denn nicht immer mag ich den massenmordenden Psychopathen zwischen den Buchdeckeln bei ihren perversen Verbrechen folgen. Also stand die Kaufentscheidung schnell, zumal ich von schon einige tolle Bücher von Pala gelesen habe.img-20170305-wa0002

Eine Krimikomödie, die sozusagen in meiner Heimat um die Ecke spielt, an der Ostsee, ließ mich gespannt und voller Vorfreude  lesen und ich wußte es,  Ivo Pala schafft es auch in diesem Genre seinen Leser  schon auf der ersten Buchseite zu schockieren. Anders läßt sich das Gefühl nicht beschreiben, als ich las, wie Kommissar Bodo Fuchs, ein typisches Nordlicht, die Leiche im Räucherofen vorfindet. Da braucht es kein seitenlanges Vorspiel, der Leser ist sofort in der Handlung und das Kopfkino ist angeknipst. Mir war augenblicklich übel und ich dachte wirklich, wenn das also die Erholung vom Thrillerschreiben ist, wie Pala auf seiner Facebookseite schreibt, ist das schon ziemlich schräg. Der Autor fesselt sofort mit einer abstrusen Mordstory, die auf dem Darß spielt, da wo sich sonst „Fuchs und Hase gute Nacht sagen“, läßt er die Kommissare Bodo Fuchs und Gisa Haas ermitteln. Schnell wird klar, Fuchs und das Opfer kannten sich. Die Ermittlungen beginnen und nehmen  den Leser mit auf einen Streifzug an die Boddenlandschaft, an die Küste und wecken das Bedürfnis, diese so liebevoll gezeichneten Schauplätze in Augenschein zu nehmen. Jedes neue Kapitel beginnt mit einem Küstensprichwort, das Bezug auf die laufenden Ermittlungen nimmt. Die Spannung steigt mit jeder gelesenen Seite und damit der Leser nicht die Beruhigungspillen rauspuhlen muss, gönnt ihm der Autor Verschnaufpausen. Das gelingt ihm mit einer ordentlichen Portion trockenem, norddeutschen Humor, ein bißchen Sex und Melancholie. Spätestens beim Pommernlied, dass mich an einen sehr lieben Menschen erinnert, der nicht mehr da ist, kullerten dann auch noch Tränen.  Als die dann getrocknet waren, war ich froh zu wissen, der Fall ist gelöst.

Mein Fazit: „Fuchs und Haas“ ist ein regional angesiedelter Krimi mit Kultpotential. Der Autor hat den Nordlichtern so gründlich aufs Maul geschaut, dass es ihm gelungen ist, nicht nur die Spannung bei den Mordermittlungen bis zum Schluß hoch zu halten, sondern Pala hat auch seine Liebe zur Küste erlebbar gemacht. Dieses Buch gehört in jede Buchhandlung an der Ostsee und dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Urlauber auf den Spuren von Bodo Fuchs pilgern. Allerdings bleibt abzuwarten, ob die Räucherfischwaren dann noch so gut gehen.

Und übrigens, wem der Appetit auf Räucherfisch erstmal vergangen ist, der findet am Ende des Buches leckere bodenständige Rezepte aus Muddings Köck.

 

 

Giftmorde- Vor Risiken wird gewarnt- Wirkungen meistens tödlich

Advent, Advent, das zweite Lichtlein hat schon gebrannt und Weihnachten kommt immer näher. Habt Ihr schon alle Geschenke, oder stöbert Ihr auch noch nach passenden Gaben für Eure Lieben? Ich habe da eine spannende Entdeckung gemacht. Vor ein paar Wochen habe ich beim Stöbern während der Dresdner Lesemesse „schriftgut“ eine interessante Bekanntschaft gemacht. Ein Krimiautor, der es auf sympathische Weise verstand, den neugierigen Besucher für seine Bücher zu interessieren.

Giftmorde 15 Tödliche Anleitungen ISBN 9783942829083 fhl Verlag leipzig
Giftmorde
15 Tödliche Anleitungen
ISBN 9783942829083
fhl Verlag leipzig

In diesem Fall für seine Krimianthologie „Giftmorde-15 Tödliche Anleitungen“. Andreas M. Sturm verwickelte Billabuch in ein amüsantes Gespräch über die Wirkungen Floras giftiger Kinder und weckte schnell mein Interesse an den Kurzkrimis, in denen die Täter sich ausschließlich auf natürliche Waffen, sprich Giftpflanzen verlassen. In 15 spannenden Krimis wird hinterhältig, aber unblutig gemordet und gestorben, wehren sich die Opfer auf unerwartete Weise und der Täter wird zum Opfer. Dabei erfährt der interessierte Leser ganz nebenbei viel über die Wirkung der biologischen Waffen und kann das Gewächs gleichzeitig auf den Fotos im Buch anschauen. Also nicht nur Spannung und Grauen über die kaltblütigen Mörder, manchmal Mörderinnen, sondern auch eine Lektion in Sachen Giftpflanzen und deren Wirkungsweise. Ich kann jetzt gar nicht sagen, welche der 15 Storys meinen Geschmack am meisten getroffen hat. Die Mischung der unterschiedlichen Mordmotive hat mich teils sehr berührt, wie z. B. „Lass uns Sterben“ von Ingrid Schmitz oder auch amüsiert durch eine ordentliche Portion schwarzen Humor. Da denke ich an „Der eine Rose bricht“ von Matthias Seydewitz, um hier nur zwei der kleinen Meisterwerke zu nennen. Andreas M. Sturm hat mit den Giftmorden einen pikanten Mordcocktail gemixt, der den Leser gruseln lässt, weil man für die Mordwaffen keinen Waffenschein braucht, sondern lediglich einen Blumentopf mit frischer Erde und ein bisschen Wasser.

Also mein Tipp: Wenn Ihr ein interessantes Buchgeschenk für Krimifreunde sucht, kann ich Euch die „Giftmorde“ nur empfehlen, aber warnt Eure Lieben vorm Ausprobieren und Nachahmen der Rezepturen, denn wir wollen doch auch im kommenden Jahr glückliche Weihnachten feiern und spätestens dann könnt Ihr den 2. Teil der Giftmorde verschenken. Billabuch hat übrigens gleich beide Bände mit einer netten Widmung vom Autor mit nach Hause genommen.

 

Ivo Palas „Elbenthal- Chroniken“

Kennt Ihr das? Ihr lest ein Buch und lebt und fühlt mit Euren Lieblingscharakteren und dann ist es irgendwann zu Ende. Die letzte Schlacht ist geschlagen, die Protagonisten liegen sich versöhnlich in den Armen, es ist vorbei. Ich bin dann oft so dabei gewesen, dass mir etwas fehlt und ich mir wünsche, es gäbe eine Fortsetzung.wp-1448978151732.jpg

Vor einiger Zeit habe ich mit „Die eisige Göttin“, den dritten Band von Ivo Palas “ Elbenthal- Saga“ gelesen. Darin entführt uns der Autor nach Elbenthal. Seine Heldin Svenja ist ausersehen, die Hüterin Midgards zu werden. Zum Ende dieser fulminanten Fantasytrilogie sagt  Svenja: “ Zurück nach Elbenthal! Zurück nach Hause! “ Da saß ich nun in Lesekaterstimmung und hätte doch so gern mehr von den schillernden Gestalten aus Palas fantastischem Elbenthal. Wie war das? Man muss nur intensiv wünschen, dann gehen Wünsche in Erfüllung? Ich weiß nicht, ob da was dran ist, oder Ivo Pala einfach nur selbst seine Elben nicht von der literarischen Bühne gehen lassen wollte. Er präsentiert eine, wie ich finde großartige Lösung- Die Elbenthal-Chroniken. Zusammen mit Maiko Kerner und Franziska Fröhlich lässt er den Leser zurückkehren nach Elbenthal und in vier rasanten  Kurzgeschichten Laurin, Yrr, Raik und Lau’Ley weitere fantastische Abenteuer bestehen. Vier so unterschiedliche Charaktere, die in fesselnder Manier kämpfen und auf die eine oder andere Art gewinnen und trotzdem nicht endgültig bzw. abschließend agieren. Ein großartiges Lesevergnügen, den lieb gewordenen Charakteren bei ihren grandiosen Abenteuern zu folgen und zu wissen, es ist noch lange nicht vorbei. Dabei ist es den Autoren gelungen, die Protagonisten der jeweiligen Story so zu gestalten, das jeder Lesegeschmack getroffen wird. Ob Laurin märchenhaft kämpft, oder Raik, der Erzmagier auf der Suche nach sich selbst gegen grauenhafte Wesen zu Felde zieht, es ist spannend, ein bisschen düster und magisch. Auch Yrr, die Kampfjets fliegt und sich gern mal in Jeans und T-Shirt bewegt, oder Lau’Ley, die Gebieterin der Weltmeere, die nur durch die Hilfe einer der Protagonisten zu retten ist sind großartige Charaktere, die den Leser fesseln. Pala und seine Co-Autorinnen finden einen brillanten Erzählstil für kurze unterhaltsame „Fantasy to go“. Bis jetzt gibt es vier packende Storys als E-Book, die man übrigens auch gut lesen kann, wenn man die Elbenthal-Saga bisher noch nicht gelesen hat.

Wie für die meisten Leser ist ein Buch auch für mich immer noch am schönsten, wenn man darin blättern kann und sich an schönen Illustrationen freuen kann. Ihr könnt Euch sicher vorstellen, wie groß meine Freude war, als die Einladung von Ivo Pala zum Meet & Greet während der 4. Dresdner Lesemesse „schriftgut“ kam. Ich konnte es gar nicht erwarten, Pala und eine seiner Co-Autorinnen, die wunderbare Franziska Fröhlich, zu treffen. Es passiert ja nicht alle Tage, dass man mit seinem Lieblingsautor Kaffee trinken kann und als Sahnehäubchen ein handsigniertes Vorabexemplar des 1. Sammelbandes der Elbenthal-Chroniken aus dem Dresdner Buchverlag mit nach Hause nehmen darf, ein besonderes Privileg für die Bloggerinnen und Blogger in der Runde. Katharina Salomo vom Verlag hatte zur Freude aller Anwesenden wunderschöne Lesezeichen und Poster für alle Elbenthal-Anhänger dabei, die natürlich auch den Weg zu mir nach Hause fanden. Jetzt habe ich mich gleich noch einmal von Yrr, der Wächterin Midgards, von Raik, dem Erzmagier, von Laurin, dem Weltenwanderer und Lau`ley, der Gebieterin der Weltmeere verzaubern lassen.  Es ist einfach großartig, die wunderschön gestaltete Ausgabe in den Händen zu halten und nicht warten zu müssen, bis zum offiziellen Erscheinungsdatum im März 2016. Dafür ein ganz großes Dankeschön an Ivo Pala und die reizende Franziska Fröhlich ! Es war fantastisch!

 

 

 

Altes Land

Gibt es Bücher, die man passend zum Anlass verschenken kann? Habt Ihr schon mal ein Buch bekommen, bei dem Ihr das Gefühl hattet, ja, das passt? Ich denke jetzt nicht an die „Weihnachtsgeschichte“ das wäre ja nun doch zu einfach. Aber bevor ich weiter frage: Hier kommt meine Antwort. Am Muttertag in diesem Jahr überreichte mir meine älteste Tochter „Altes Land“ von Dörte Hansen. An diesem Tag hatte ich, bedingt durch eine längere Autofahrt als Beifahrerin, die Möglichkeit sofort loszulesen.

Altes Land ISBN9783813506471 Knaus
Altes Land
ISBN9783813506471
Knaus

Dörte Hansen erzählt eine Geschichte über Flucht und Ankommen, über Wurzeln und die Suche danach, über starke Frauen und ihr Leben, das unterschiedlicher nicht sein kann, aber dennoch Berührungspunkte findet und über ein altes Haus im Alten Land. Frau Hansen schreibt einfühlsam und schnörkellos in einem Stil, als säße man ihr gegenüber und würde ihren Worten lauschen. Das Buch handelt von der schweren Zeit nach dem Krieg, von einer Mutter, die ihr totes Kind am Straßenrand zurücklassen musste und mit ihrer Tochter Vera Zuflucht im Alten Land sucht. Eines Tages steht Hildegard von Kamcke bei Ida Eckhoff vor der Tür. Die Geschichte nimmt ihren Lauf und der Satz: „Zwei Frauen, ein Herd, das war noch niemals gut gegangen“, lässt ahnen, dass es nicht immer eitel Sonnenschein gibt und das ein gutes Ende nicht immer Happy End bedeutet. Dörte Hansen hat mit „Altes Land“ ein sensibles Thema aufgegriffen und schreibt sehr anschaulich und teilweise witzig eine Geschichte, die zum Lachen und Weinen und manchmal zu Staunen ist. Eine Geschichte, die in der Vergangenheit beginnt und in der Gegenwart endet. Gestaunt habe ich übrigens, mit wie viel trockenem Humor Frau Hansen ihre Heldin Vera ein hochbrisantes Problem lösen lässt. Aber liebe Leser, das solltet Ihr selbst herausfinden und nicht nur deshalb lohnt sich die Lektüre.

Ich bin regelrecht versunken in dieser wunderbaren Geschichte. Vielleicht auch, weil Ida Eckhoff einen Satz sagt, bei dem ich plötzlich meine geliebte Omi hörte.“Kiek dor nich so hen!“ Meine Omi, die mit ihren beiden Töchtern aus ihrer Heimat flüchten musste, ähnlich wie Hildegard von Kamcke, sprach plötzlich aus diesem Buch zu mir. Spätestens als ich dann las: „Alle Töchter wussten, dass ihre Mütter auch nur Töchter waren, und alle vergaßen es“, wusste ich, warum ich dieses großartige Buch unbedingt zum Muttertag lesen musste.

Danke liebe Frau Hansen für die schönen Stunden mit Ihrem großartigen Buch und danke liebe Kinder für die Auswahl des Buches.

Keine halben Sachen

Ich bin augenscheinlich momentan dem Krimigenre anheim gefallen. Diesmal war es ein Krimi mit Lokalkolorit. „Keine halben Sachen“ von Antonia Günder-Freytag spielt in München, genauer gesagt im feinen Stadtteil Bogenhausen.

Keine halben Sachen ISBN9789963526635 bookhouse
Keine halben Sachen
ISBN9789963526635
bookhouse

Weihnachten, das Fest der Liebe? In diesem Fall leider nicht. Der Kriminalkommissar Konrad von Kamm wird von seiner Frau verlassen und in Bogenhausen werden in einer Industriellenvilla zwei Männer unterm Tannenbaum erschossen. Wen wundert es, die Weihnachtsgans  wird kalt und Kommissar von Kamm und sein Kollege Utzschneider nehmen die Ermittlungen auf. Dabei stoßen sie auf eine zerrüttete Familie, Habgier und Intrigen. Dann geschieht ein weiterer Mord und die Ermittlungen geraten ins Stocken. Der Kreis       der Verdächtigen scheint übersichtlich, oder gibt es doch den großen Unbekannten mit dem der Leser nicht rechnet?

Frau Günder-Freytag ist es gelungen, einen Krimi mit wenig Blut und viel Spannung zu inzenieren. Die menschlichen Abgründe, die zu unfassbaren Reaktionen führen, verpackt sie geschickt in einer unterhaltsamen Story, die für alle Liebhaber klassischer Krimiplots  viel Lesevergnügen bietet. Daneben erzählt die Autorin in der Nebenhandlung aus dem Leben der Kommissare, die auf unterschiedliche Art, ihre eigenen Probleme mit sich herumtragen und weckt damit die Empathie beim Leser.

Mein Fazit: Ein guter Krimi, der den Leser in herkömmlicher Manier auf Mörderjagd schickt, ohne das grauenerregende, bluttriefende Szenarien den Angstschweiß auf die Stirn des Hobbydetektivs treten lassen. Also auch etwas für Leser mit schwachen Nerven, die es wenig spektakulär und abgründig mögen. Das bayrische Lokalkolorit kommt etwas spärlich daher, aber das Buch ist ja auch ein Krimi und kein Heimatroman.

Schaut mit mir ins Séparée

Er ist endlich da, der Frühling. Nun frage ich Euch gleich mal ganz direkt, wie ist es denn mit den Frühlingsgefühlen? Sind sie schon da oder braucht Ihr noch Inspiration? Der Grund für meine Neugier ist eine sehr interessante Entdeckung, die ich auf der Leipziger Buchmesse gemacht habe. Kein Buch, kein Hörbuch: Zwei nette junge Damen luden mich ein, ein Magazin näher in Augenschein zu nehmen. Und was ich da sah, hat dann doch meine Aufmerksamkeit in Anspruch genommen.

Ich hielt eine Ausgabe von „Séparée“ in der Hand. Viele von Euch haben jetzt sicher immer noch Fragezeichen in den Augen. „Séparée “ titelt: Erotik ist weiblich. Nun ist es also heraus. Ich schreibe heute über ein Erotikmagazin für Frauen. Nach dem doch etwas weniger prickelnden Erlebnissen im Kino bei „Fifty Shades of Grey“ nun knisternde Erotik auf knapp einhundert Seiten Hochglanzpapier. Die interessierte Leserin findet in dem Magazin nicht nur sehr schön arrangierte Fotos von athletischen Herren, die sehr ästhetisch in Szene gesetzt wurden, sondern kann auch- wenn sie dann genug von Kabelbindern und Fesselspielen hat- über luftige Fetische lesen. Ganz wie es sich für ein Magazin gehört, gibt es auch Tips für verschiedene Accessoires und Meinungsumfragen, ein amouröses Kochrezept und viele andere spannende Beiträge. Eine erotische Kurzgeschichte rundet das Ganze belletristisch ab.separee

Nun liegt das von den beiden Chefredakteurinnen handsignierte Exemplar vor mir und ich sage danke an Frau Dr .Gatzky und Frau Gliwa für das prickelnde Messeerlebnis. „Séparée“ ist ein stilvolles, anregendes Erotikmagazin . Ich empfehle es gern meinen Freundinnen. Aber liebe Herren der Schöpfung, nicht nur im Sinne der vielzitierten Gleichstellung: Schaut doch vielleicht auch mal, was Frauen mögen.

 

Die Frauenkammer

Alles neu macht nicht immer nur der Mai, sondern manchmal auch schon der März. Ich habe einen neuen Autor entdeckt, der einen gelungenen Thriller als Erstlingswerk veröffentlicht hat. Das Buch heißt  „Die Frauenkammer“, der Autor Jannes C. Cramer.

Die Frauenkammer ISBN9781503944152 amazonpublishing
Die Frauenkammer
ISBN9781503944152
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Schon auf der ersten Buchseite findet Kommissar Frank Holper die erste Frauenleiche und kurz darauf erlebt der Leser, wie der manische Täter das nächste Opfer auf bestialische Weise tötet. Natürlich bleibt es nicht dabei und so erlebt man mit Schaudern, wie ein nach außen völlig seriös wirkender Typ sein nächstes Opfer ins Visier nimmt. Die Polizei findet kaum Ermittlungsansätze und so holt sich Kommissar Holper einen sachkundigen Privatdetektiv zur Hilfe. Eine verhängnisvolle Entscheidung. Während die nächste junge Frau in aussichtsloser Situation einen verzweifelten Kampf beginnt, läuft es dem Leser eiskalt den Nacken herunter, weil er ja schon weiß, was der ahnungslose Kommissar noch herausfinden muß.

Jannes C. Cramer ist mit “ Der Frauenkammer“ einen furioser Start ins Gruselfach gelungen. Er wirft den Leser ohne Umschweife und Vorgeplänkel direkt in die Handlung. Die Charaktere werden kurz und prägnant beschrieben und offenbaren im Laufe der Handlung weitere Facetten. Herr Cramer hält sich eng an sein Szenario und leistet sich wenig Nebenschauplätze. Man ist ständig mit den abgründigen Ideen des Mörders und dem Todeskampf seines Opfers oder den verzweifelten Ermittlungsbemühungen der Polizei konfrontiert. Dadurch bleibt die Spannung  hoch und dem Leser steht permanent der Angstschweiß auf der Stirn.

Mein Fazit: Ein wirklich packender Thriller, der Nerven kostet und den Leser schaudern läßt. Meine Alpträume haben eine neue Dramaturgie. Das Buch liefert Hochspannung auf 184 Seiten. In der Kürze liegt eben doch die Würze. Chapeau lieber Herr Cramer- Ein gelungener Einstand.