Altes Land

Gibt es Bücher, die man passend zum Anlass verschenken kann? Habt Ihr schon mal ein Buch bekommen, bei dem Ihr das Gefühl hattet, ja, das passt? Ich denke jetzt nicht an die „Weihnachtsgeschichte“ das wäre ja nun doch zu einfach. Aber bevor ich weiter frage: Hier kommt meine Antwort. Am Muttertag in diesem Jahr überreichte mir meine älteste Tochter „Altes Land“ von Dörte Hansen. An diesem Tag hatte ich, bedingt durch eine längere Autofahrt als Beifahrerin, die Möglichkeit sofort loszulesen.

Altes Land ISBN9783813506471 Knaus
Altes Land
ISBN9783813506471
Knaus

Dörte Hansen erzählt eine Geschichte über Flucht und Ankommen, über Wurzeln und die Suche danach, über starke Frauen und ihr Leben, das unterschiedlicher nicht sein kann, aber dennoch Berührungspunkte findet und über ein altes Haus im Alten Land. Frau Hansen schreibt einfühlsam und schnörkellos in einem Stil, als säße man ihr gegenüber und würde ihren Worten lauschen. Das Buch handelt von der schweren Zeit nach dem Krieg, von einer Mutter, die ihr totes Kind am Straßenrand zurücklassen musste und mit ihrer Tochter Vera Zuflucht im Alten Land sucht. Eines Tages steht Hildegard von Kamcke bei Ida Eckhoff vor der Tür. Die Geschichte nimmt ihren Lauf und der Satz: „Zwei Frauen, ein Herd, das war noch niemals gut gegangen“, lässt ahnen, dass es nicht immer eitel Sonnenschein gibt und das ein gutes Ende nicht immer Happy End bedeutet. Dörte Hansen hat mit „Altes Land“ ein sensibles Thema aufgegriffen und schreibt sehr anschaulich und teilweise witzig eine Geschichte, die zum Lachen und Weinen und manchmal zu Staunen ist. Eine Geschichte, die in der Vergangenheit beginnt und in der Gegenwart endet. Gestaunt habe ich übrigens, mit wie viel trockenem Humor Frau Hansen ihre Heldin Vera ein hochbrisantes Problem lösen lässt. Aber liebe Leser, das solltet Ihr selbst herausfinden und nicht nur deshalb lohnt sich die Lektüre.

Ich bin regelrecht versunken in dieser wunderbaren Geschichte. Vielleicht auch, weil Ida Eckhoff einen Satz sagt, bei dem ich plötzlich meine geliebte Omi hörte.“Kiek dor nich so hen!“ Meine Omi, die mit ihren beiden Töchtern aus ihrer Heimat flüchten musste, ähnlich wie Hildegard von Kamcke, sprach plötzlich aus diesem Buch zu mir. Spätestens als ich dann las: „Alle Töchter wussten, dass ihre Mütter auch nur Töchter waren, und alle vergaßen es“, wusste ich, warum ich dieses großartige Buch unbedingt zum Muttertag lesen musste.

Danke liebe Frau Hansen für die schönen Stunden mit Ihrem großartigen Buch und danke liebe Kinder für die Auswahl des Buches.

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